
Tuvalu (.tv) und Mikronesien (.fm) mögen viele Websites haben, die unter ihren länderspezifischen Domains registriert sind, aber sie haben meist wenig mit den tatsächlichen Ländern zu tun.
Illustration von Mark Graham und Stefano De Sabbata / Oxford Internet Institute (mit Genehmigung verwendet)Auf traditionellen Weltkarten erscheinen Russland, Kanada, China und Indien groß. Auf dieser Karte entspricht jedoch die Größe jedes Landes der geschätzten Anzahl der dort registrierten Websites. Die Vereinigten Staaten sind wenig überraschend die Heimat der größten Anzahl registrierter Internet-Domains. Weniger vorhersehbar ist, dass Deutschland einen soliden zweiten Platz belegt, vor dem Vereinigten Königreich. China liegt trotz der weltweit größten Online-Bevölkerung auf dem vierten Platz, mit nur einer registrierten Domain pro 40 Internetnutzern, was darauf hinweist, dass wesentlich weniger chinesische Menschen Websites erstellen als diese besuchen. Im Gegensatz dazu gibt es in den Vereinigten Staaten etwa eine Domain-Registrierung für jeden dritten Internetnutzer.
Eine der Erkenntnisse des Projekts ist, dass während Asiaten, Südamerikaner und Afrikaner möglicherweise einen schnell wachsenden Anteil der Internetnutzer ausmachen, die überwältigende Mehrheit der Websites weiterhin in den Vereinigten Staaten und Europa produziert wird. Beispielsweise wird festgestellt, dass Italien und Vietnam etwa die gleiche Anzahl von Internetnutzern haben, aber Italien siebenmal so viele Websites beheimatet.
Die Schätzungen wurden mühevoll von Mark Graham und Stefano De Sabbata, Forschern des Oxford Internet Institute, teilweise basierend auf Daten des Professors Mark Zook von der University of Kentucky, der auf die Geographie des Internets spezialisiert ist, zusammengestellt. Um ein vollständiges Bild darüber zu erhalten, wie viele Websites in jedem Land registriert sind, kombinierten die Forscher WHOIS-Registrierungsdaten für generische Top-Level-Domains (wie .com) mit Daten zur Anzahl der Registrierungen für jede länderspezifische Top-Level-Domain (wie .us für die Vereinigten Staaten, .de für Deutschland und .cn für China). Ihre Methodik erläuterten sie am Mittwochmorgen in einem Blogpost.
Eine interessante Randbemerkung: Um Fehlzählungen zu vermeiden, schlossen die Forscher Top-Level-Domains wie .cc, .fm und .io aus, die eigentlich bestimmten Ländern gehören, aber von Websites in den USA und anderswo oft als Alternativen zu den traditionellen .com-Domains verwendet werden. Ich wünschte fast, sie hätten diese Domains drin gelassen: Es wäre faszinierend gewesen, einen großen Ausschlag auf der Karte zwischen Australien und Hawaii zu sehen und sich zu fragen: „Welches Land ist das?“, bevor man erkennt, dass die Domain von Tuvalu .tv ist, was sie für medienbezogene Unternehmen in der englischsprachigen Welt sehr attraktiv macht. Hier ist die vollständige Liste der länderspezifischen Domains, die die Forscher aus ähnlichen Gründen ausgeschlossen haben:
.tv (Tuvalu): wird von der Medienbranche genutzt
.fm (Föderierte Staaten von Mikronesien): wird von der Medienbranche genutzt
.am (Armenien): wird von der Medienbranche genutzt
.mu (Mauritius): wird von Musik-Websites genutzt
.ac (Ascension Island): wird von Bildungswebsites genutzt
.re (Réunion): wird von Immobilienmaklern genutzt
.ws (Samoa): wird als Abkürzung für „Webseite“ verwendet
.me (Montenegro): wird für persönliche Websites verwendet
.cc (Cocosinseln): wird als Alternative zu .com verwendet (verwaltet von VeriSign)
.cm (Kamerun): wird als Alternative zu .com verwendet (um Tippfehler auszunutzen)
.nu (Niue): bedeutet „jetzt“ auf Dänisch, Niederländisch und Schwedisch
.as (Amerikanisch-Samoa): die Endungen „AS“ und „A/S“ werden in einigen Ländern (z.B. Norwegen, Dänemark und der Tschechischen Republik) für Aktiengesellschaften verwendet
.io (Britisches Territorium im Indischen Ozean): wird von Start-up-Unternehmen genutzt
.st (São Tomé und Príncipe): wird weltweit auf verschiedene Arten verwendet
.tk (Tokelau): die .tk-Domain kann (ungewöhnlich) kostenlos registriert werden. Das hat dazu geführt, dass über 17 Millionen Domains für das Land registriert sind (mehr als die Gesamtzahl in Großbritannien).
Die Forscher schlossen auch nicht-lokale Registrierungen bei den Domains zweier anderer Länder aus:
.co (Kolumbien): wird als Alternative zu .com verwendet (um Tippfehler auszunutzen)
.md (Moldawien): wird von Ärzten genutzt
Möglicherweise wären diese Arten von Umgehungen nie notwendig gewesen, wenn ICANN früher mit seinem aktuellen Plan begonnen hätte, die Anzahl der verfügbaren generischen Top-Level-Domains stark zu erweitern. Andererseits war die alte Regelung ein Gewinn für Länder wie Tuvalu, deren Regierung offenbar stark auf die Einnahmen aus der .tv-Domain angewiesen ist.
VERWANDTE NACHRICHTEN:
Letzte Nachrichten:
Tea.CN“ gewinnt und lst chinesischen Domain-Rausch aus
Nächste Nachrichten: Erste neue generische Top-Level-Domains wurden verffentlicht
Nächste Nachrichten: Erste neue generische Top-Level-Domains wurden verffentlicht






