
Julius Baer, die 125 Jahre alte Schweizer Privatbank, hat eine Partnerschaft mit dem Kryptowährungs-Banking-Startup Seba Crypto AG angekündigt. Die Bank gab keine Details der Vereinbarung bekannt, betonte jedoch, dass sie auf die steigende Nachfrage der Kunden reagiert, Krypto-Assets speichern, handeln und investieren zu können.
'Die Kluft zwischen traditionellen und digitalen Vermögenswerten überbrücken'
In einer am 26. Februar veröffentlichten Erklärung sagte Julius Baer, das bereits eine Minderheitsbeteiligung an Seba hält, dass der Deal "seinen Kunden Zugang zu einer Reihe von neuen Dienstleistungen für digitale Vermögenswerte bieten wird." Die in Zürich ansässige Bank erklärte, dass sie die Lücke zwischen traditionellen und digitalen Vermögenswerten schließen wolle, indem sie die innovative Plattform von Seba nutzt.

"Bei Julius Baer sind wir überzeugt, dass digitale Vermögenswerte zu einer legitimen, nachhaltigen Anlageklasse im Portfolio eines Investors werden," sagte Peter Gerlach, Leiter Märkte bei Julius Baer, in der Erklärung. Der Deal hängt jedoch davon ab, dass Seba mit Hauptsitz in Zug später in diesem Jahr von der Schweizer Finanzmarktaufsicht FINMA eine Bewilligung für das Bank- und Effektenhändlergeschäft erteilt bekommt.
Mehrere Schweizer Banken, darunter Swissquote und Falcon, sind bereits im Bereich Kryptowährungen aktiv, doch der Einstieg von Julius Baer hat großes Interesse geweckt. Andreas Amschwand, derzeitiger Vorsitzender von Seba und Mitglied des Verwaltungsrats von Julius Baer, gilt laut dem Schweizer Nachrichtenportal Swissinfo.ch als Schlüsselfigur bei der Ermöglichung der Partnerschaft zwischen den beiden Unternehmen. Es wird jedoch erwartet, dass Amschwand im April von Julius Baer zurücktritt.
'Die Messlatte höher legen'
Julius Baer, das über etwa 382 Milliarden Schweizer Franken (382 Milliarden US-Dollar) verwaltetes Vermögen verfügt, gilt als Bank, die "die Messlatte bei der fortschreitenden Integration von Krypto-Assets in den traditionellen Finanzsektor höher gelegt hat." Dies ist bedeutsam, da etablierte Banken in der Schweiz und anderswo eine gewisse Zurückhaltung bei der Integration von Kryptowährungsprodukten in ihre Dienstleistungen gezeigt haben und auf eine Vielzahl potenzieller Risiken hinweisen. Durch das Engagement im Kryptobereich "hat Julius Baer signalisiert, dass es die Risiken für akzeptabel hält," so Swissinfo.

Zur Partnerschaft sagte Guido Buehler, Geschäftsführer von Seba: "Wir sind sehr stolz, Julius Baer als Investor zu haben. Seba wird einen einfachen und sicheren Zugang zur Krypto-Welt in einem vollständig regulierten Umfeld ermöglichen." Es wird erwartet, dass Seba eines der wenigen Startups im Kryptobereich wird, das die regulatorische Lücke zwischen konventionellen und digitalen Vermögenswerten schließt.
Die Schweiz hat eine fortschrittliche Haltung gegenüber Kryptowährungen eingenommen, indem sie deren Nutzung legalisiert und Krypto-Transaktionen in verschiedenen Kontexten formalisiert hat. Dennoch haben einige Krypto-Projekte weiterhin Schwierigkeiten, Bankkonten zu eröffnen, und kryptofokussierte Banker und Investoren klagen über einen relativen Mangel an regulatorischer Klarheit, da unklar bleibt, ob Kryptowährungen in bestimmten Kontexten als gesetzliches Zahlungsmittel gelten können.
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Quelle: Bitcoin.com, Autor Jeffrey Gogo
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