Im heutigen Startup-Ökosystem hat sich die Domainstrategie zu einem Kernelement der Markenidentität und der wettbewerblichen Differenzierung entwickelt. Angesichts der zunehmenden Konkurrenz um .com-Domains und der sinkenden Verfügbarkeit wenden sich Tech-Startups nicht-traditionellen Top-Level-Domains (nTLDs) wie .ai, .io, .pro und .global zu, um einprägsame und relevante digitale Identitäten zu sichern.
Eine umfassende Analyse von über 4.000 Startups aus Y Combinator und Techstars (2020–2025 bis heute) zeigt:
Dieser wachsende Trend wird durch die Daten von Identity Digital für das 2. Quartal 2025 gestützt, die zeigen, dass Startups und Premium-Käufer aktiv in nTLDs wie .pro, .info und .global investieren, aufgrund ihrer Vielseitigkeit und Verfügbarkeit. Für das kürzlich von Y Combinator unterstützte Startup Zero wählten sie die .email nTLD wegen der Verfügbarkeit und direkten Ausrichtung an ihr KI-gestütztes E-Mail-Startup.
.ai überholt .io und andere tech-bezogene TLDs deutlich
Tech-Startups übernehmen branchenspezifische TLDs:
Die Nutzung von .ai stieg von 2020 bis Juni 2025 um 300 %
28 % der Startups wählten bis zur ersten Hälfte 2025 .ai, ein Anstieg von 7 % gegenüber 2024
Aktuelle Daten von 2025 deuten darauf hin, dass dieser Trend weiter wachsen wird
Diese dramatische Wende zeigt, wie Startups strategisch Domain-Endungen verwenden, um ihre Markenbildung mit technologischer Innovation in Einklang zu bringen.
Die langjährige Bevorzugung von .com-Domains hat zu einem intensiven Wettbewerb geführt, der die Verfügbarkeit von exakten Markennamen-Second-Level-Domains (SLDs), also dem Inhalt links vom Punkt, drastisch verringert hat. Startups sind zunehmend gezwungen, Variationen oder alternative SLDs zu nutzen, was die Markenkonsistenz verwässert.

Während die Verfügbarkeit von Markendomains auch bei nicht-.com-TLDs abnimmt, ist die Abnahmerate vergleichsweise langsamer. Dies zeigt eine größere Flexibilität und bessere Chancen für Startups, innerhalb alternativer Endungen näher an den Markennamen zu kommen, was einen strategischen Vorteil bietet. Unternehmer Amit Bakshi, Gründer und CEO von SelfActualize.ai, welches bald zu WingRep.ai umbenannt wird, sagt: ".com ist so überfüllt" und "Investoren machen sich keine Sorgen", wenn man sich für eine Nicht-.com-Domain entscheidet.

Wichtige Statistiken zeigen die Unterschiede:
Im Durchschnitt sicherten sich Startups, die alternative TLDs nutzten, 88 % der genauen Marken-Übereinstimmung
Startups mit nTLD haben eine um 57 % höhere Chance, ihren Markennamen in der Domain zu bekommen verglichen mit .com
Die zunehmende Schwierigkeit, exakte Markennamen-SLDs zu sichern, stellt erhebliche Herausforderungen für die Markenidentität von Startups dar. Unternehmen müssen sich anpassen, indem sie kreative Domainstrategien erforschen, einschließlich Bindestriche, Schlüsselworteinbindung oder die Annahme weniger konventioneller TLDs, um eine starke Online-Präsenz zu erhalten.
Weitere Trends zeigen:
SLDs mit Verben stiegen zwischen 2020 und Juni 2025 um 67 %
85 % der nTLD-Nutzer verwenden nur ihren Markennamen im SLD (gegenüber 54 % bei .com), was eine höhere Verfügbarkeit bei nTLDs zeigt
Für Gründer, die auf .com setzen möchten, ist der wachsende Trend, eine neue Domainstruktur zu übernehmen: Verb + Markenname. Kürzliche Y Combinator-Absolventen wie getbluebook.com, tryoperand.com, startpinch.com und usemesh.com haben diesen Ansatz gewählt. Es bleibt abzuwarten, ob Aktionsverben Vertrauen und Markenbekanntheit fördern oder behindern.
Priorisierung der Finanzierung für Wachstum
Ein Firmenname ist oft der erste Eindruck, den Investoren bei Treffen mit Gründern bekommen. Einen erheblichen Teil des Startup-Kapitals für den Erwerb einer Premium-.com-Domain auszugeben, kann eine riskante Ressourcenzuteilung sein.
Ein bemerkenswertes Beispiel ist ein Startup, das 2,5 Millionen Dollar einsammelte und 1,8 Millionen Dollar für die Domain friend.com ausgab. Diese Entscheidung zog Kritik aus der Tech-Community auf sich, viele sahen dies als Fehlallokation von Mitteln. Kritiker argumentierten, dass eine solche Investition in einen Domainnamen besser für Produktentwicklung, Nutzergewinnung oder andere Wachstumsstrategien genutzt worden wäre. Die Annahme, eine Premium-Domain würde Marketingkosten erheblich senken, wurde infrage gestellt, da der Aufbau von Markenbekanntheit unabhängig vom Domainnamen in der Regel erhebliche Anstrengungen erfordert.
Dieser Fall unterstreicht, wie wichtig es für Startups ist, den Return on Investment bei der Mittelverwendung sorgfältig zu prüfen, insbesondere in den frühen Phasen, in denen Ressourcen begrenzt sind und strategische Ausgaben entscheidend für das Überleben und Wachstum sind.
Fazit
Die Startup-Welt bewegt sich schnell über .com hinaus. Daten sowohl aus Inkubatoren als auch von Domain-Verkaufstrends bestätigen, dass moderne Startups bei der Wahl von Domainnamen Flexibilität, Verfügbarkeit und Markenalignment priorisieren. Nicht-traditionelle Domains sind nicht mehr Nischenprodukte – sie werden zum neuen Standard.
Ob .ai für Innovation, .pro für Professionalität oder .global für internationale Skalierung – Startups verwenden nTLDs nicht nur, um sich einen Namen zu sichern, sondern um ein Statement zu setzen.
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